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Unser Schreiben an die Bezirksbeirätinnen/Bezirksbeiräte
  • Bildercollage: 2A Design | Fotos: Christine Prinz
Unser Schreiben an die Bezirksbeirätinnen/Bezirksbeiräte

Sehr geehrte Bezirksbeirätinnen, sehr geehrte Bezirksbeiräte,
in letzten zwei Jahren hat der Stadtteilverein Boxberg im Rahmen der Bürgersprechstunde einige Male mit Boxberger Fahrradfahrer*innen diskutiert. Erfreulicherweise hat deren Zahl in unserem Stadtteil in den letzten Jahren deutlich zugenommen – unter anderem, weil man mit einem E-Bike auch in höherem Alter und bei durchschnittlicher körperlicher Kondition den Anstieg auf den Berg gut bewältigen kann. Die Fahrtdauer in die Stadt entspricht etwa der mit dem Auto und man er-spart sich die teure und zeitaufwändige Parkplatzsuche.

Herausgestellt hat sich in diesen Diskussionen jedoch, dass insbesondere hinsichtlich der Fahrrad-wege über Rohrbach zur Innenstadt dringender Handlungsbedarf seitens der Stadt besteht: So-wohl im „Kühlen Grund“, als auch in der „Siegelsmauer“ ist der Straßenbelag an zahlreichen Stellen marode und sehr uneben. Da beide Straßen teilweise stark abschüssig sind, besteht für Fahrrad-fahrer*innen – insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen, Nässe und Laubbelag – beträchtli-che Sturzgefahr. In der Anlage fügen wir einige Fotos bei, die den Sachverhalt deutlich machen.

Diese beiden Straßen sind jedoch die einzigen Wege, um mit dem Fahrrad abseits größerer Ver-kehrsströme in die Innenstadt oder von dort auf den Berg zu gelangen. Denn sowohl der Steiger-weg, als auch die Boxbergauffahrt werden von Bussen, LKW und PKW stark frequentiert. Hinzu kommen auf dem Steigerweg nicht nur der zusätzliche Höhenunterschied, sondern auch die zahl-reichen engen und unübersichtlichen Kurven, die von Autofahrer*innen oft geschnitten werden. An der Boxbergauffahrt befindet sich zwar neben der Fahrbahn ein asphaltierter Weg. Doch dieser ist als Fußgängerweg ausgewiesen und darf daher von erwachsenen Radfahrer*innen nicht be-nutzt werden. Außerdem ist der Weg sehr schmal und das Buschwerk am Rand wird nicht regelmä-ßig zurückgeschnitten.

Die Stadt Heidelberg wurde seit 2012 mehrfach als fahrradfreundliche Kommune zertifiziert. Im Zusammenhang damit werden unter anderem im Rahmen des Projekts „SchulRadler“ Schü-ler*innen ab der 5.Klasse mit dem Ziel angesprochen, den Schulweg mit dem Fahrrad zurückzule-gen. Da sich mit Ausnahme der Waldparkschule keine weiterführenden Schulen im Stadtteil befin-den, werden nach unserer Kenntnis die genannten Wege über Rohrbach in die Innenstadt keines-wegs nur von einzelnen Boxberger Schüler*innen benutzt. Hinzu kommen die Schüler*innen, die aus Stadt und Umland zur Waldparkschule und zurück fahren.

Angesichts der geschilderten Mängel können die beiden Wege nach Rohrbach jedoch auf keinen Fall als sicherer Schulweg bezeichnet werden. Auch für ältere Menschen, die mit dem E-Bike un-terwegs sind (was in einer fahrradfreundlichen Kommune erwünscht ist!), stellen die beiden Weg-verbindungen eine potenzielle Gefahr dar.

Unter dem Dach des Stadtteilvereins hat sich daher im Januar 2021 eine Interessensgruppe für Fahrradfahrer*innen gegründet. Anliegen der Gruppe ist es, darauf hinzuwirken, dass die Stadt Heidelberg ihrer kommunalen Verantwortung für einen guten Zustand der Radwege von und zum Stadtteil Boxberg gerecht wird. Es kann nicht angehen, dass in der Innenstadt ein fahrradfreundli-ches Projekt nach dem anderen diskutiert und realisiert wird, während die Bergstadtteile sprich-wörtlich „abgehängt“ werden.

Zudem besteht hier auch ein „Henne-Ei-Problem“: Solange die Zugangswege zum Stadtteil in schlechtem Zustand sind, werden nur wenige das Fahrrad nutzen und solange nur wenige das tun, ist die Sanierung der Zugangswege auch nicht dringlich. Wenn es die Stadt mit der Fahrradfreund-lichkeit ernst meint, dann muss dieser Kreis durchbrochen werden!

Daher möchten wir Sie in Ihrem Amt als Bezirksbeirät*in um Unterstützung unseres Anliegens bit-ten. Wir möchten insbesondere erreichen, dass die Stadt Heidelberg

- den „Flickenteppich“ in den Straßen „Kühler Grund“ und „Siegelsmauer“ beseitigt und den Straßenbelag so saniert, dass die beiden Straßen für Fahrradfahrer*innen sicher zu befahren sind.

- stärker dafür sorgt, dass die dort vorgeschriebene, jedoch von Autofahrer*innen gern überse-hene Schrittgeschwindigkeit eingehalten wird.

Fotos zum Zustand der Straßen „Kühler Grund“ und „Siegelsmauer“

Weiterer Abschnitt mit starkem Gefälle etwas weiter unterhalb. Gerät man an die emporragende Kante des Gullydeckels, kann das ganze Fahrrad aufgrund des Kreiseleffekts plötzlich zur Seite kippen.


1.) Überblick über einen abschüssigen Abschnitt in einer langgezogenen, unüber-sichtlichen Kurve. Der rote Pfeil zeigt auf den schadhaften Belag in Straßenmitte (dunkle Farbe). Wenn man beim Ab-wärtsfahren hier bremsen muss, besteht hohe Sturzgefahr.

2.) Steilstrecke nach den letzten Rohrbacher Häusern bis zur Schranke. Der gesamte rechte Rand wurde ausgebessert. Die „Flicken“ ragen empor und sind bei Nässe und Laubbelag äußerst rutschig. Im übrigen Teil des Straßenbelags sind zahlreiche Aufbrüche. Auch hier besteht beim Abwärtsfahren hohe Sturzgefahr, da beim Bremsen das Hinterrad zur Seite „wegschmieren“ kann.

Laden Sie sich hier den Flyer (1,53MB) herunter um mehr zu erfahren. Der Flyer und die darauf befindlichen Bilder wurden von Christine Prinz erstellt.

Dieser Beitrag wurde am 04. März 2021 von Renate Deutschmann veröffentlicht.