From Dusk till Dawn
Unter diesem Motto hatte Mika Barton im Januar zur „literatur auf dem boxberg“ eingeladen. Und wie schon die Jahre zuvor war hier Name Programm: Mixtape 2026! Jeder, der wollte, durfte kreativ mitmischen. Es waren diesmal die Gäste, die das Mixtape, mal spontan, mal geplant, aber immer überraschend und mit viel Engagement füllten. Nach jeder Darbietung durfte frei entschieden werden, wer nun auf der kleinen, aber feinen Bühne folgen sollte. Es galt die A-Seite und die B-Seite des Tapes zu bespielen. Und es war alles andere als Bandsalat, was da gemixt wurde, sondern es wurde ein wunderbares, abwechslungsreiches und anrührendes Potpourri aus Gedichten, Liedern, Lesungen und Musik. So entstand im Bild einer längst verflossenen Aufnahmetechnik ein veritables Gesamtkunstwerk.
Mit seinem Gedicht „Nie wieder“ und dem Lied „Mensch“ von Ton Steine Scherben setzte Mika den Ton. Es folgten Texte über Toleranz, das Finden der eigenen Identität und das Menschsein-an-sich in schwierigen Zeiten sowie den Verlust geliebter Menschen. Damit es dem Publikum nicht allzu schwer wurde, gab es zwischen den Beiträgen reichlich Livemusik. Von Interpretationen Astor Piazollas Tango über Musical-Themen bis Rockmusik von Aerosmith reichte die Bandbreite und beflügelte die Stimmung. Danach war kulinarische Pause angesagt fürs Wenden der Kassette und für die Möglichkeit zum Gespräch.
Seite B begann mit dem Duo Mika und Rikard aus Schweden. Sie lasen zwei Gedichte von Harry Martinson abwechselnd auf Deutsch und Schwedisch und zeigten damit die poetische Kraft der Lyrik über Sprachgrenzen hinweg.
Und weiter ging es mit der Erforschung der Condition Humaine. Mit Texten und Liedern zu den Fragen: „Jeder Mensch ist eine Insel“? Oder „Liebe ist alles“? Um dann zu erkennen: „Aber am größten ist die Liebe!“ A- und B-Seite des Mixtapes waren am Ende mit fast drei Stunden gut gefüllt. Ein poetischer Abend klang nachdenklich aus, der begleitet und abgerundet wurde durch die im Saal präsentierten Bilder und Grafiken aus den Reihen der Gäste. Wir freuen uns schon jetzt auf Mixtape 2027. (Frieder Kumm)










