Eckhart Ribbeck: Glasnovelle – Vom tragischen Ende des Ricardo Salazar, den seine Sammelleidenschaft in den Wahnsinn trieb

Freitag, 27. Februar 2026, 19 Uhr

Was geschieht, wenn die Sammelleidenschaft eines Menschen jedes Maß übersteigt und zu einer Obsession wird, die alles andere verdrängt? Der Heidelberger Autor Eckhart Ribbeck wirft neben der fantastischen Handlung auch einen Blick auf die Charakteristik und Geschichte antiker Flaschen. Die in Auszügen erzählte Geschichte wird mit KI-generierten Bildern visualisiert. Den musikalischen Rahmen legt Matthias Coenen als Klangteppich zur “Glasnovelle” gekonnt aus.

Wann: 27.02.2026, 19:00 Uhr
Wo: Blickpunkt Boxberg, Boxbergring 14A, 69126 Heidelberg (Google Maps)
(ÖPNV: Haltestelle Haselnussweg, Bus-Linien 27, 28, 29)
Eintritt frei! Spenden sind gern gesehen.

Mehr Informationen bei „literatur auf dem boxberg“

 

Dirk Karl: Poetische Reise durch Europa

Freitag, 27. März 2026, 19 Uhr

Dirk Karl nimmt uns mit auf eine Reise zu den Entstehungsorten seiner Gedichte: Vom fernen Tirana in Albanien über den Jakobsweg und Mallorca führt uns diese Reise mit Bild und Text quer durch Europa und endet ganz zum Schluss hier bei uns in Heidelberg. Die Fotografien, die an dem Abend gezeigt werden, illustrieren die Orte, an denen Dirk Karl geschrieben hat. Einige der Bilder stammen aus der Kamera von Art Selbach. Musikalisch wird der Abend vom Pianist Detmar Schlager begleitet.

Wann: 27.03.2026, 19:00 Uhr
Wo: Blickpunkt Boxberg, Boxbergring 14A, 69126 Heidelberg (Google Maps)
(ÖPNV: Haltestelle Haselnussweg, Bus-Linien 27, 28, 29)
Eintritt frei! Spenden sind gern gesehen.

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Mika Barton liest Harry Martinsons „Aniara – Eine Revue vom Menschen in Zeit und Raum“

Freitag, 24. April 2026, 19 Uhr

„Ein Werk, das den Tautropfen einfängt und das Weltall spiegelt.“

Das Versepos des in Deutschland nahezu unbekannten Literaturnobelpreisträgers Harry Martinson beschreibt die Reise des Raumschiffs Aniara, das Tausende Menschen zur Besiedlung des Mars transportieren soll. Aber es kommt vom Kurs ab und treibt fortan hilflos durch die Tiefen des Weltalls. Die Menschen, die vor der Zerstörung der Erde fliehen wollten, sind jetzt mit der Endlosigkeit des Universums konfrontiert.

Mika Barton liest eine Auswahl der insgesamt 103 Verse aus der „Revue vom Menschen in Zeit und Raum”. Er wird dabei von Joachim Coch (Gitarre) und Laura Fortuna Barton (Gesang) musikalisch begleitet.

Wann: 24.04.2026, 19:00 Uhr
Wo: Blickpunkt Boxberg, Boxbergring 14A, 69126 Heidelberg (Google Maps)
(ÖPNV: Haltestelle Haselnussweg, Bus 27, 28, 29)
Eintritt frei!

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Stadtteilfest im Haselnussweg

Samstag, 27. Juni 2026

Immer am letzten Samstag im Juni findet das vom Stadtteilverein organisierte Fest im Haselnussweg statt. Unterstützend und aktiv dabei sind die Vereine auf dem Boxberg, Initiativen und viele tatkräftige Bürger*innen sowie das Stadtteilmanagement Boxberg, um gemeinsam einen abwechslungsvollen und bunten Nachmittag zu erleben.

Wann: 27.06.2026
Wo: Haselnussweg (Google Maps, ÖPNV: Haselnussweg)

Klappstuhlkonzert

Samstag, 19. September 2026, 17 Uhr

Mittlerweile sind die Klappstuhlkonzerte auf dem Boxberg eine Institution und auch in diesem Jahr sollten alle die Veranstaltung wieder mit einplanen. Weitere Infos dazu folgen.

Für das leibliche Wohl mit Getränken und Snacks sorgt der Stadtteilverein. Der Eintritt ist für alle frei! Spenden werden erbeten.

Wann: 19.09.26, 17 Uhr
Wo: folgt
Eintritt frei!

Seniorenherbst 2026

Sonntag, 10. Oktober 2026

Der Seniorenherbst wird abwechselnd in den beiden Bergstadtteilen Emmertsgrund und Boxberg veranstaltet. Dieses Jahr findet er auf dem Boxberg in der Waldparkhalle statt.

Infos folgen.

Wann: 10.10.2026, ab 14 Uhr
Wo: Waldparkhalle, Boxberg

„Über den Fluss“ von Joscha Schaback am 21.11.2025

Eine Geschichte vom Tod und von der Liebe

Als Matthias Coenen dreimal hintereinander leise ein Glöckchen klingen ließ, war das Publikum im „Blickpunkt Boxberg“ längst tief in die Geschichte eingetaucht, die Joscha Schaback in seiner ganz eigenen Art bis hierhin vorangetrieben hatte. Großflächig wurden dabei die schwarzweißen Bleistiftzeichnungen von Marek Walczak an die Wand projiziert. Während das Glöckchen läutete, erschien passend dazu ein Grabstein an der Wand, der blütenumrankt den alten Zahnarzt Forate, Protagonist des Abends, Frieden finden ließ.

Eine Wendung in einer Geschichte, die surreal düster begonnen hatte und die an dieser Stelle das Publikum innerlich aufatmen ließ. Joscha Schaback las eine Strichfassung seiner im vergangenen Jahr erschienenen Novelle und nahm das Publikum wortwörtlich mit „über den Fluss“. Er ließ es die innere Trauer des Zahnarztes spüren, der seine Frau verloren hatte, und gleichzeitig die aufgeregte Hoffnung, die Forate bei der Bekanntschaft mit einer etwas sonderbaren, aber doch irgendwie vertrauten Patientin aufleben lässt.

Die musikalischen Einlagen von Matthias Coenen verbanden die Teile der Geschichte geschickt wie passend und führten die Gedanken der Zuhörenden leichterhand in der Handlung weiter, während die hell an die Wand geworfenen Zeichnungen die Stimmung der jeweiligen Abschnitte manifestierten.

Marek Walczak hatte Originalzeichnungen der projizierten Illustrationen auf Staffeleien im Veranstaltungsraum ausgestellt. Damit konnte man schon vor Beginn der Veranstaltung einen Eindruck der später spürbar werdenden intensiven Stimmung aufnehmen, während zu dem Zeitpunkt auf der Wand noch ein Video des nachtdunklen Neckars mit auf den Wellen tanzenden Lichtsplittern lief.

Anderthalb Stunden ließen sich die drei Künstler anschließend Zeit, um den „Blickpunkt Boxberg“ mit Text, Bild und Ton intensiv zu bespielen. Ein immersives Erlebnis, das fesselte und das nach einer kurzen Pause – um Luft zu holen und etwas zu trinken – zu einem angeregten Gespräch mit den Künstlern führte. Über verschiedene Interpretationen zu einzelnen Handlungssituationen wurde dabei diskutiert und Ideen dazu angestellt. Und da Joscha Schaback die Handlung sehr realistisch in die Umgebung am Neckar und anderen Teilen der Stadt Heidelberg eingebettet hat, musste natürlich auch die Frage geklärt werden, ob es den alten „Forate“ in Heidelberg wirklich gab. Zum Ende des Gesprächs wurde vom Publikum auch gedeutet, dass „Über den Fluss“ vor allem eine Liebesgeschichte sei, über das Verarbeiten von eigener Trauer und das Erkennen der Trauer anderer. Das Künstler-Trio, das schon öfter zusammengearbeitet hat, schaffte es an diesem Abend, das Publikum tief zu berühren.

Mit ausgestellten Illustrationen von Marek Walczak und musikalischer Begleitung durch Matthias Coenen (git).

Die Novelle „Über den Fluss“ ist hier erhältlich: https://www.brotundkunst.com/ueber-den-fluss
Brot & Kunst, Umfang: 96 Seiten, Preis: 15 EUR, ISBN: 978-3-949933-14-1

 

„Das Aber der Dinge“ von Inga Bachmann: am 06.11.2025

Liedermacherei und Poetry – ein Abend mit Inga Bachmann

Komm wir steigen aus dem Film aus und blinzeln ins Licht / die Szene, die sie heute drehen, braucht uns nicht / wir tauchen ins Meer, fliegen mit den Fischen / gar nichts ist schwer. (Das Aber der Dinge)

Inga Bachmann stellt sich dem Boxberg nicht nur wortgewaltig zum eigenen Beatbox-Rhythmus vor, sie entführt ihr Publikum vor allem schnell und leichtfüßig aus dem Alltag in ihre abwechslungsreiche und bunte Welt aus Liedern, Gedichten und Gedanken. Wer dabei war, erlebte am 06. November einen sehr persönlichen Abend im ‚Blickpunkt Boxberg‘, an dem die Künstlerin den Raum in die facettenreichen Farben ihrer Worte und Wortspiele tauchte.

‚Voll leiser Lyrik sind ihre Lieder‘, sagt die Kritik. ‚Sie selbst sei eine Meisterin der Wortschöpfungen und Nuancen.‘ Beides stellt sie in ihrem Programm ‚Das Aber der Dinge‘ abwechselnd auf Gitarre und Ukulele spielend leicht unter Beweis, wenn sie im nächsten Augenblick ins Sarkastische wechselt, dabei aber nie ins Negative fällt, gleichzeitig zum Nachdenken anregt und die Zuhörenden in die Selbstreflexion bringt. Alltagsgedanken wie zum friedfertigen Gemüseanbau wechseln sich mit kritischen Zeilen wie beim „Gesellschafstanz” ab, werden von Melodien einer tiefen Sehnsucht unterbrochen, nur um gleich danach einem tief aus dem Herzen zu sprechen, wie zum Beispiel bei ihrem Lied über den Laubbläserer im Herbst. Dazwischen platziert Inga Bachmann immer wieder geschickt Gedichte aus ihrem Lyrikband ‚Zwischen Räumen‘ und sie knüpft leichte Bande mit dem Publikum. Bereits früh in der ersten Hälfte ihres Programms bringt sie es dazu, mit ihr zusammen mitzusingen.

Während man in der Pause den ohrwurmtauglichen Refrain ‚Mir geht es gut, super gut‘ noch nachsummt und an den darauffolgenden, durchaus ernsteren, weil realistischeren Text der nächsten Strophe denkt, fällt einem ein, wie gut es uns wirklich an diesem nebligen Novemberabend im ‚Blickpunkt Boxberg‘ geht.

Nach gut zwei Stunden beendet Inga Bachmann mit Applaus und einer Zugabe ihr Programm. Die Zeilen des letzten Liedes klingen dabei wie eine Zusammenfassung dieses Abends hoch oben über den Dächern der Stadt nach:

Alles geben, dann loslassen / sich und alle anderen so lassen / sich mit allem fallen lassen / sich fangen und sich halten lassen / an verloren Geglaubtes glauben / Unvertrautem urvertrauen / ohne Punkt und ohne Komma fühlen / spielend allen Ernstes lieben

Mehr zu und von Inga Bachmann:

www.ingabachmann.de
www.instagram.com/ingabachmann.songpoetin/

Pressestimmen:
– „…eine Liedermacherin die man unbedingt hören muss“ (Musik Global)
– „erinnert in ihren Lyrics und Wortwitz an Busch und Erhardt“ (Badische Zeitung)
– „Ihre Stimme ist tief beeindruckend… Die Texte wechseln von zartbitter über derb bis sehnsüchtig-poetisch“ (Kulturmagazin O-Ton)
– ein „artistischer Tanz mit der Sprache“ (Rhein-Neckar-Zeitung) 

„gold der sêle ausgebracht als zu finisterrer nacht“ von belmonte am 26.03.2025

Minnesang, Folk und moderne Kontrafaktur

Bereits nach den ersten Takten, nachdem der Liederdichter belmonte – begleitet von seinem indischen Harmonium – begonnen hatte, den Gemeindesaal stimmgewaltig zu füllen, ahnte das Publikum, dass dies ein besonderer Abend werden würde.

belmonte nahm die Anwesenden in den darauffolgenden zwei Stunden mit auf eine 800 Jahre umfassende Reise quer über die nördliche Hemisphäre. Vom Mittelhochdeutsch eines Walter von der Vogelweide über die provenzalischen Troubadoure und nordfranzösischen Trouvères und die Gesänge der mittelitalienischen Bettelmönche endete der erste Teil des Abends mit dem bekannten amerikanischen Folk- und Gospelsong „The Wayfaring Stranger“.

Das Harmonium, das belmonte selbst vor vielen Jahren aus Indien mitgebracht hat, blieb auch im zweiten Teil sein einziges Begleitinstrument, während er seine Liederreise über Skandinavien, Irland („Johnny I Hardly Knew Ya“) und England fortsetzte.  Dabei sang er Kontrafakturen (wörtlich „Fälschungen“), also Variationen von historischen Liedern, bei denen er zum Teil neue und eigene Texte nutzte. Nach einem nochmaligen Ausflug mit dem Folksong „Oh Shenandoah“ ins Amerika des 19. Jahrhundert kehrte belmonte mit seinen beiden letzten Liedern „Anna Reider ist tot“ und einer Variation von Hölderlins Schicksalslied in die Neuzeit, genauer in die 2020er Jahre nach Deutschland zurück.

In beeindruckender Weise ließ belmonte im Laufe dieses lehrreichen und genussvollen Abends die Zusammenhänge der musikalischen Entwicklung in Europa vom arabischen Kulturraum bis nach Amerika hörbar werden.