Am Samstag, den 27.02.2021 verschenkte der Stadtteilverein Heidelberg-Boxberg e.V. allen Boxberger Bürger*innen Primeln als Dankeschön für die Treue zum Iduna-Center.
Schon im ersten Lockdown 2020 hatte der Stadtteilverein allen ehrenamtlich Tätigen, die sich für die Nachbarschaft, die Tafel, für die Händler und Gastwirte eingesetzt haben mit einer kleinen Fahne gedankt. Mit den Spenden vom Klappstuhlkonzert im September wurde die Tafel unterstützt und nun kamen die Bürger*innen dran. Trotz Abstand ist hier ein fester Zusammenhalt überall zu spüren.
Die Boxberger*innen haben ein Dankesschön verdient, das sagten sich der Vorstand vom Stadtteilverein und stellten sich am Samstag ins Iduna-Center und hielten für jeden Besucher eine Primel bereit.
Es hat allen eine große Freude bereitet und dies war überall zu spüren.
Wieder einmal war die Kinderbetreuung auf dem Boxberg Thema der Bürgersprechstunde – seit langem ein dringendes Anliegen der Boxberger*innen, über das wir immer wieder versuchen, mit Vertreter*innen der Stadt ins Gespräch zu kommen. Daher haben wir uns sehr gefreut, als wir die neue Bürgermeisterin für Familie, Bildung, Soziales und Chancengleichheit, Frau Stefanie Jansen, in unserer Runde begrüßen konnten.
Ebenso freuten wir uns, dass neben vielen interessierten Boxberger*innen, die Stadträte Herr Dr. Lutzmann und Herr Rothfuss, sowie die Bezirksbeirätin Frau Jessberger teilgenommen haben.
Dass das Thema Kinderbetreuung vielschichtig ist, wurde allen Beteiligten schnell klar. Es wurde nicht nur der Bedarf an Plätzen und die weiten Wege in andere Stadtteile angesprochen, sondern auch darüber diskutiert, wie die Stadt kurzfristig und auch langfristig Lösungen bzw. ihre Mithilfe anbieten könnte.
Frau Jansen war für alle Anliegen offen. Sie hörte aufmerksam zu und versprach, die vorgetragenen Themen mit ins Amt zunehmen.
In den letzten Jahren ist das Fahrradfahren vom und zum Boxberg sehr viel attraktiver geworden, weil der Anstieg mit einem E-Bike gut meistern ist. Um so mehr fällt nun auf, dass die Radwege, die den Stadtteil mit der übrigen Stadt verbinden, nicht nur kaum ausgezeichnet, sondern auch baulich in schlechtem Zustand sind.Heidelberg ist seit 2012 mehrfach als fahrradfreundliche Kommune ausgezeichnet worden. Insofern besteht für die Stadt hier aus unserer Sicht dringender Handlungsbedarf, wenn sie diesem Prädikat gerecht werden will.
Bislang hat das Radfahren im Stadtteil eine eher untergeordnete Rolle eingenommen. Das Auto war wichtig, um in ungünstigen Zeiten und wegen der schlechten Verkehrsanbindung zum Arbeitsplatz und zurück zu gelangen. Diese Situation hat sich in den letzten Jahren sehr verändert: Viele Boxberger nutzen das Fahrrad, um zur Arbeit, zur Uni, zur Schule oder einfach in die Stadt zu fahren. Doch das Radwegnetz wird nur im Tal ausgebaut und unterhalten. Für die Bürger*innen dort ist das prima – aber für uns Boxberger*innen stellt sich immer wieder die Frage: Wie komme ich runter und wieder hoch, vor allem bei Nässe und Frost? Welche Straße ist gut befahrbar und wie sieht es mit der Sicherheit aus?
Ein Blick auf die Fahrradwege über Rohrbach zur Innenstadt zeigt, dass dringender Handlungsbedarf seitens der Stadt besteht: Sowohl im „Kühlen Grund“, als auch in der „Siegelsmauer“ ist der Straßenbelag an zahlreichen Stellen marode und sehr uneben. Da beide Straßen teilweise stark abschüssig sind, besteht für Fahrradfahrer*innen – insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen, Nässe und Laubbelag – beträchtliche Sturzgefahr.
Diese beiden Straßen sind jedoch die einzigen Wege, um mit dem Fahrrad abseits größerer Verkehrsströme in die Innenstadt oder von dort auf den Berg zu gelangen. Denn sowohl der Steigerweg, als auch die Boxbergauffahrt werden von Bussen, LKW und PKW stark frequentiert. Hinzu kommen auf dem Steigerweg nicht nur der zusätzliche Höhenunterschied, sondern auch die zahlreichen engen und unübersichtlichen Kurven, die von Autofahrer*innen oft geschnitten werden. An der Boxbergauffahrt befindet sich zwar neben der Fahrbahn ein asphaltierter Weg. Doch dieser ist als Fußgängerweg ausgewiesen und darf daher von erwachsenen Radfahrer*innen nicht benutzt werden. Außerdem ist der Weg sehr schmal und das Buschwerk am Rand wird nicht regelmäßig zurückgeschnitten.
Unter dem Dach des Stadtteilvereins hat sich daher in dieser Bürgersprechstunde eine Interessensgruppe für Fahrradfahrer*innen gegründet. Anliegen der Gruppe ist es, im Verbund mit dem Stadtteilverein darauf hinzuwirken, dass dieser Handlungsbedarf in der Stadt Heidelberg Aufmerksamkeit bekommt und ein Gehör für die Sorgen der Radfahrer*innen zu finden.
Die Sicherheit für die Boxberger Radfahrer*innen steht an erster Stelle und deshalb muss aus Sicht der Interessensgruppe in der Prioritätenliste der Straßenbelag im Kühlen Grund saniert werden.
Zur Jahreswende 2020/21 brachte der „harte“ Lockdown auch in die Aktivitäten des Stadtteilvereins tiefe Einschnitte: Versammlungen jeglicher Art waren untersagt. So musste auch die Bürgersprechstunde per Video stattfinden. Wir haben dennoch versucht, die für den Stadtteil wesentlichen Themen in der Diskussion zu halten: die Anbindung des Stadtteils mit Fahrradwegen und die dringend verbesserungsbedürftige Situation in der Kinderbetreuung.
Die Anbindung des Stadtteils durch gekennzeichnete und sichere Fahrradwege wurde im weiteren Verlauf des Jahres sogar zu einem der Schwerpunkte unserer Arbeit. Nach der Bürgersprechstunde im Januar konstituierte sich eine Initiativgruppe von Mitgliedern des Stadtteilvereins und Boxberger Bürger*innen, die sich später den Namen „BoxBergBike“ gab. Sie war von Anfang an mit der Gruppe „Radentscheid“, dem ADFC, mit „Fahrrad und Familie“, sowie weiteren Initiativen und Gruppen vernetzt. In der Initiativgruppe stellten wir die Forderung auf, dass für die Anbindung des Stadtteils drei Fahrradrouten ausgewiesen und in sicherem Zustand gehalten werden müssen: der Kühle Grund im Norden, die Siegelsmauer in der Mitte und die Boxbergauffahrt im Süden. Ende Juli fand dazu auch eine Fahrraddemo statt, die öffentlichwirksam vorführen sollte, dass es mit dem E-Bike problemlos möglich ist, die 130 Höhenmeter zum Boxberg hinauf zu überwinden.
Das zweite wichtige Thema war das völlig unbefriedigende Kinderbetreuungsangebot im Stadtteil und die gänzlich fehlende Initiative der Stadt dazu. Hier konnten wir die Sozialbürgermeisterin Stefanie Jansen bei uns begrüßen und ihr unsere Kritik vortragen. Denn in den großen Wohnblocks im Ostteil des Stadtteils ist der Generationswechsel bereits im vollen Gange: Viele junge Familien mit Kindern sind hergezogen, so dass die Frage der Kinderbetreuung immer drängender wird.
Ein drittes Thema war die Umgestaltung des Straßenbahn- und Busknotenpunkts Rohrbach Süd. Im Zuge des Neubaus des Straßenbahndepots in Bergheim wird die Auslagerung von Straßenbahnzügen innerhalb der Stadt erforderlich werden. Hier plant der RNV den Bau von Abstellgleisen im Bereich der Haltestelle Rohrbach-Süd – und im Zuge dieser Baumaßnahme gleich auch die Neugestaltung des Haltestellenbereichs. Da hier die Belange von Bürger*innen beider Bergstadtteile betroffen sind, fanden hierzu mehrere Gespräche mit Vertretern des RNV statt, in denen die Pläne erläutert, Alternativen diskutiert und auch unsere Belange vorgetragen wurden. Wir trugen vor allem vor, dass außerhalb der Verkehrsspitzen die Haltestelle und die gesamte Umgebung vor allem für Frauen ein unsicheres und schlecht ausgeleuchtetes Terrain ist, was sich potenziell bedrohlich anfühlt. Außerdem sollte in jedem Fall der Soldatenweg als direkte Verbindung auf den Emmertsgrund in seiner jetzigen Form bestehenbleiben.
Als der Lockdown im Frühjahr wieder gelockert wurde, bedankten wir uns in einer kleinen Veranstaltung unter freiem Himmel bei den zahlreichen Bürger*innen, die durch persönliche Initiativen dazu beigetragen haben, dass möglichst niemand in Not gerät, dass kein Geschäft aufgeben muss und dass wenigstens ein kleines bisschen Kultur präsentiert wird.
Auf vielfache Nachfrage haben wir auch das Klappstuhlkonzert mit der „Banda die Mayo“ und den Flohmarkt wieder veranstaltet – beides Events, die auf positive Resonanz gestoßen waren. Sehr erfreulich war zum Jahresende auch, dass dank einer Spendenaktion und der städtischen Förderung eine beleuchtete Weihnachtsdekoration für das Iduna-Center angeschafft werden konnte, die in diesem Jahr zum ersten Mal erstrahlte.
Last not least fand im Oktober unsere jährliche Mitgliederversammlung statt, bei der auch turnusmäßig Wahlen anstanden. Der geschäftsführende Vorstand, sowie der Schatzmeister, zwei der Beisitzer*innen und die Kassenprüfer*innen wurden im Amt bestätigt. Neu hinzu kamen Ulrike Jessberger als Schriftführerin, sowie Moustafa Elgharib als Beisitzer.
Im zweiten Jahr seiner Amtszeit wollte der Vorstand des Stadtteilvereins den begonnenen Kurs des Neu-Denkens und Neu-Gestaltens von Aktivitäten und Veranstaltungen fortführen. So wurde nicht nur nach langer Zeit endlich wieder ein Jahresempfang geplant. Auch das Stadtteilfest im Juni sollte ganz neu konzipiert werden. Doch der mit der Corona-Pandemie verhängte Lockdown machte einen dicken Strich durch diese Rechnung.
Noch im Februar, in der Ruhe vor dem Sturm gelang es, den Jahresempfang in der Hotelfachschule durchzuführen. Mit von der Partie waren der Oberbürgermeister und Oberstudiendirektor Dannemann als Hausherr, sowie zahlreiche weitere Ehrengäste. Viele Boxberger Bürger*innen folgten der Einladung. Alles in allem wurde dieser Sonntagvormittag zu einer gelungenen Matinee, auch wegen der musikalischen Umrahmung durch die „Banda di Mayo“.
Dann jedoch kam die Pandemie mit Macht und nichts ging mehr. Für das Stadtteilfest war bereits eine Genehmigung erteilt; es sollte im Buchwaldweg zwischen dem Seniorenzentrum und der katholischen Kirche stattfinden. Die Stadt hatte nicht nur die Sperrung der Straße genehmigt, sondern sogar der Umleitung des Busverkehrs zugestimmt. Alles war umsonst.
Doch Not macht erfinderisch. Viele Boxberger*innen hatten gute Ideen, wie man Bedürftige versorgen, das bestehende Gewerbe erhalten und bei alledem noch ein wenig für Kultur, Gemeinsinn und Begegnung sorgen konnte. All das sprach sich herum, so dass alles in allem keine dauerhaft einschneidenden Veränderungen zu beklagen waren. Damit soll jedoch natürlich nichts gesagt werden über private Schicksalsschläge und mitunter schwere Beeinträchtigungen, die sicherlich auch bei uns viele Menschen getroffen haben.
Als zu Beginn des Sommers die Restriktionen wieder gelockert wurden, würdigte der Stadtteilverein in einer kleinen Veranstaltung unter freiem Himmel alle diese Inititativen und sprach den Initiator*innen Dank aus.
Zwar beherrschte die Pandemie lange Zeit das öffentliche Leben und die Debatten darüber. Doch damit waren die Probleme im Stadtteil, die schon vorher bestanden hatten, nicht aus der Welt geschafft. Am drängendsten erwies sich zweifellos die völlig unzureichende Kinderbetreuung und das Fehlen von Lösungsansätzen seitens der Stadt. Hier hat der Stadtteilverein Öffentlichkeit hergestellt und nachgehakt. Inzwischen, so hört man, zeichnet sich ein Konzept für den Stadtteil ab.
Über lange Zeit war es noch möglich, die Bürgersprechstunde immer am zweiten Freitag im Monat vor dem Stadtteilbüro unter freiem Himmel abzuhalten. Hier entstanden viele spannende Diskussionen zu nachhaltigen Verkehrskonzepten, zum Klimawandel und zu vielen anderen Themen. Die Bürgersprechstunde erwies sich so als ein Veranstaltungsformat, was einen offenen Meinungsaustausch zwischen Bürgern, Gemeinderatsmitgliedern, Experten und verschiedensten Interessengruppen ermöglicht.
Statt klassischem „Laternelaufen“ gab es in diesem Jahr aufgrund von Corona ein etwas anderes Martinsfest, wie immer organisiert vom Stadtteilverein Boxberg und dem Jugendzentrum Holzwurm. Am 11.11. wurde im Laufe des Tages allen Kindergartenkindern und Schulkindern auf dem Boxberg ein Martinsmännchen vorbeigebracht. Die Kinder freuten sich sehr über das leckere Männchen. In der Schule wie in den Kindergärten wurde an die Martinsgeschichte erzählt, so dass auch dieses Jahr St. Martin nicht ganz in Vergessenheit geraten ist.
Bei Einbruch der Dunkelheit wurde traditionell vor dem Holzwurm ein kleines Martinsfeuer entfacht. Die Kinder und Jugendliche des Jugendzentrums konnten bei Kinderpunsch, Martinsmännchen und gegrillten Marshmallows die Stimmung genießen. Dank des Stadtteilvereins konnte auch in diesem Jahr trotz der widrigen Umstände ein etwas anderes Martinsfest stattfinden.
In der Bürgersprechstunde im September ging es um die Mobilität und Fahrradverkehr auf und zum Boxberg. Wir wollten dieses Thema vertiefen und haben zu der Bürgersprechstunde im Oktober vom ADFC Herrn Bernhard Pirch-Rieseberg eingeladen. Anwesend war der Stadtrat Nicolá Lutzmann, interessierte Bürger und Bezirksbeirat Herr Aslan.
Man wurde sich schnell einig, dass etwas getan werden müsse.
Zunächst wäre als kurzfristige Lösung das Ausbessern der maroden Straße am Kühler Grund wichtig, wie auch die kleinen Wege durch die Weinberge. Für diese müsste zumindest eine Beleuchtung angebracht werden. Als langfristige Lösung müssten separate Fahrradwege eingeplant werden. Dafür wollen die Boxberger eine Interessensgruppe gründen und mit dem ADFC zusammenarbeiten.
Mit dabei waren Mitglieder von der Gruppe Fridays For Futur (FFF), ein Mitglied vom Jugendgemeinderat, Stadtrat Michael Pfeiffer (GAL) und Boxberger Bürger. Diskutiert wurde über die Aktion der FFF’s, es ging um das Bürgerbegehrung zum Ankunftszentrum für Flüchtlinge und um die Frage: „Wie mobil bin ich mit dem Fahrrad?“
Die Straßen und Wege zur Stadt sind nicht verkehrssicher, der Straßenbelag (Kühler Grund) ist marode, es gibt viele Schlaglöcher und es keine Fahrradspur. Die Wege Schlautersteig und Siegelsmauer sind unbeleuchtet, holprig und für das Fahrrad nicht sicher genug, außerdem sehr steil. Auf dem Boxberg gibt es keine Fahrradwege, die Boxbergauffahrt ist sehr gefährlich und nicht empfehlenswert für Fahrräder.
Diese Thema wurde vor dem Hintergrund der Mobilitätsumfrage der Stadt Heidelberg diskutiert, die anhand von Lokal- und Pendlerkonferenzen alle Heidelberger aufgefordert haben, online daran teilzunehmen.
Das Sturmtief „Sabine“ hatte unsere Fahne an der Boxbergauffahrt beschädigt, so dass der Mast lange Zeit auf eine neue „Beflaggung“ warten musste.
Am 18.09.2020 war es endlich soweit und wir konnten an beiden Masten unsere neuen Fahnen zu Ehren des Klappstuhlkonzertes aufziehen.
Leider wurde ein Fahnenmast in der drauffolgenden Nacht umgefahren. Ob dem flüchtigen Fahrer beide Stadtteilfahnen zu üppig waren? Oder vielleicht wollte er durch diese Aktion den Boxberger*innen nur nahelegen, dass er in dieser Nacht auch eine Fahne hatte?
Die Boxberger mussten lange warten, bis endlich wieder eine Veranstaltung im Stadtteil stattfinden konnte. Seit März 2020 war alles abgesagt und auf unbekannte Zeit hin verschoben worden. Deshalb freuten sich Frau Kumm vom Stadtteilbüro und Frau Deutschmann vom Stadtteilverein sehr, dass die Planungsvorbereitungen von der Stadt genehmigt wurden und das Klappstuhlkonzert auf dem Boxberg stattfinden konnte.
Vielen Boxberger*innen war die Band bereits vom Jahresempfang des Stadtteilvereins im Februar 2020 bekannt und fanden sie prima. Deshalb war es eine besondere Freude, dass sich die Musiker bereit erklärt haben, nochmals zu spielen. Mit Titeln wie „Tequila, Guantanamera, The shadow of your smile, Petite fleur, La Bamba, Roll over beethoven“ und vielen mehr haben sie zwei Stunden das Publikum musikalisch aufs Beste unterhalten.
Herzlichen Dank allen Helfer*innen und an den Turnerbund 1889 Rohrbach e.V. (TBR), der uns den Hartgummiplatz und die nötigen Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hat und für die tatkräftige Unterstützung.
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